Kolumne GaLaBau 4.0: Braucht der GaLaBau 5G an jeder Schubkarre?

6.549.651.000 Euro: Das ist die Summe aus der Versteigerung der 5G-Frequenzen. Eine Menge Geld, die auch für eine Menge Diskussionen sorgt. Denn ob dieses Auktionsprinzip Deutschland zu digitalen Spitzenländern wie Norwegen oder Holland aufschließen lässt, ist fraglich. Zum Vergleich: In Europa belegen wir mit unserer 4G-Netzabdeckung einen ernüchternden 32. Platz. Das ist hinter Albanien und knapp vor Russland. Das darf man sich einen Moment auf der Zunge zergehen lassen.  

Aber Hand auf’s Herz, braucht der GaLaBau überhaupt – wie es Bildungsministerin Anja Karliczek formulieren würde – 5G an jeder Schubkarre?

Nein. Zumindest mittelfristig. In den meisten Fälle reicht LTE oder zumindest 4G aus. 5G-Geschwindigkeiten mit bis zu 10 GB/s bei einer minimalen Verzögerung ist für den GaLaBau erst dann von Bedeutung, wenn Videos in Echtzeit und sehr hoher Auflösung von der Baustelle übermittelt werden sollen.

Wo das schon in Zukunft Anwendung finden könnte, zeigte Doosan auf der bauma 2019. So wurde mithilfe einer 5G-Verbindung ein Bagger im 8.500 km entfernten Südkorea bedient. Das ist durchaus beeindruckend. Dass hingegen GaLaBau-Maschinisten der Zukunft ihre Bagger vom Sofa aus steuern, ist unwahrscheinlich. Gute Maschinisten vor Ort bleiben unersetzlich. Interessant wird dieser Ansatz allerdings bei Arbeiten mit Erdbaumaschinen im Grenz- oder Gefahrenbereich. Zum Beispiel an steilen Abhängen oder in gesundheitsgefährdenden Umgebungen.

Besonders spannend wird es, wenn man die Chancen von 5G in Verbindung mit virtueller (VR) oder erweiterter Realität (AR) bedenkt: Bauherren, Architekten, Vorarbeiter und Bauleitung könnten sich auf der Baustelle treffen, ohne, dass alle Beteiligten physisch vor Ort sein müssen. Idealerweise werden dann gleich „vor Ort“ die Ergebnisse von Baubegehungen im digitalen Modell der Außenanlage à la BIM dokumentiert. Flächendeckendes 5G vorausgesetzt.

Immerhin, Deutschland plant bis 2022 98 % der Haushalte mit 100 Mbit/s (1,25 Prozent von 5G) zu versorgen. Ein Minimalziel. Denn für die Digitalisierung ist und bleibt schnelles Internet die Basistechnologie. Langsames Internet hemmt den digitalen Wandel und behindert die wirtschaftliche Entwicklung. Dem Großteil von Europa scheint das klar zu sein, währenddessen in Deutschland das Unverständnis für langsames Internet weiter anwachsen wird.

Wer weiß, vielleicht gibt es neben „Fridays for Future“ demnächst auch „Donnerstags für Digitalisierung“.  

B. Eng. Lucas Winkler
Winkler Garten- und Landschaftsbau

Erschienen in: NEUE LANDSCHAFT 07/2019
https://neuelandschaft.de/artikel/braucht-der-galabau-5g-an-jeder-schubkarre-11832.html



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