Kolumne GaLaBau 4.0: GaLaBIM – Warum der GaLaBau bei BIM einen Schritt voraus ist

„Building Information Modelling“ oder zu Deutsch „Bauwerksdatenmodellierung“, polarisiert die Baubranche bei der Digitalisierung wie kaum ein anderer Begriff. Dabei stehen klangvollen Versprechungen der Politik, Baudesaster wie beim Flughafen BER mit der BIM-Methode zu vermeiden, große Unsicherheiten bei der Umsetzung in Planungsbüros und Baubetrieben gegenüber.

Noch 2016 waren beispielsweise 80% der deutschen Landschaftsarchitekturbüros die Inhalte von BIM weitestgehend unbekannt. Und währenddessen der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) sowie die FLL an elementaren Standardisierungen feilen, ist die Anwendung von BIM in der GaLaBau-Praxis noch Lichtjahre entfernt. So könnte man meinen.

Tatsächlich ist es so, dass ausgerechnet der Landschaftsbau bei der Anwendung von BIM in der Baupraxis der Landschaftsarchitektur einen Schritt voraus ist.

Stichwort 3D-Maschinensteuerung. Damit Landschaftsbauer die Vorteile dieser Technologie nutzen können, braucht es ein 3D-Bauwerksmodell als SOLL-Grundlage. Erfahrungsgemäß bekommen wir als Auftragnehmer in den allermeisten Fällen aber nur zweidimensionale Pläne zur Verfügung gestellt. Solange also 3D-Modelle in der Landschaftsarchitektur noch nicht zum Standard zählen, muss in Eigenregie dem Ausführungsplan aus der zweiten in die dritte Dimension verholfen werden.

Dass sich dieser Aufwand dennoch lohnt, zeigt die wachsende Nachfrage an 3D-Maschinensteuerungen und CAD-Programmen im Landschaftsbau. Vor allem, da neben den Potenzialen bei Massenbewegungen auch das Leistungsverzeichnis mit 3D-Modellen verknüpft und für die Bauabrechnung genutzt werden kann. GaLaBIM sozusagen.

Es scheint, als verstehe der GaLaBau schon jetzt die Vorteile von BIM für sich zu nutzen, während die Landschaftsarchitektur noch in einer Art Findungsphase steckt.

Für unsere gesamte Branche bleibt zu hoffen, dass sich die digitale Arbeitsmethode BIM schneller flächendeckend durchsetzt, als es beim GAEB-Format aus den 1990ern der Fall war. Man stelle sich vor: BIM als Standard bei Planern und Ausführenden. Allein die jahrzehntelange Praxis der mühseligen (und im Grunde doppelten) Massenermittlung mithilfe von Dreikant und Taschenrechner wäre passé. Na, wenn allein das kein Grund ist, bei BIM am Ball zu bleiben.

B. Eng. Lucas Winkler
Winkler Garten- und Landschaftsbau

Erschienen in: NEUE LANDSCHAFT 08/2019

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